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Interview ZENO


Presse:
Seit der Inbetriebnahme des „Solarpark Hütten“ im Jahr 2014 ist es sehr ruhig
geworden um die ZENO? Wieso haben Sie seitdem keine Projekte mehr realisiert?

Geschäftsführung ZENO:
Ruhig geworden ist es bei der ZENO in keinster Weise. Richtig ist, dass umfangreiche und zahlreiche Aktivitäten bei der ZENO auf dem Programm stehen und abgearbeitet werden. Aufgrund deren Komplexität und Planungscharakter handelt es sich derzeit um interne Geschäftsabwicklungen. Unser bisheriges Geschäftsmodell, fertige Parks zu kaufen, muss aufgrund Änderungen im EEG (geringere Einspeisevergütung, Ausschreibungsverfahren etc.) entsprechend angepasst werden. Angesichts hoher Kosten kann mit dem bisherigen Geschäftsmodell keine vernünftige Rendite mehr erzielt werden.

Um kostengünstige und rentable Energieanlagen errichten und betreiben zu können, werden wir nicht umhinkommen, dass die ZENO GmbH zukünftig die Funktion eines Generalunternehmers mit Projektsteuerung selbst übernimmt. Nur so können wir Projekte im Sinne unseres Geschäftsmodells weiterhin verwirklichen und vertreten. In diesem Zuge haben wir entsprechende Planungen aufgenommen und sind aktuell dabei, Projekte einer Realisierung zuzuführen.

Presse: 
Gibt es derzeit neue Projekte? Wenn ja, welche?

Geschäftsführung ZENO: 
Ja, die ZENO GmbH ist aktuell in der Planungsphase für zwei weitere Projekte. Das sind

  • die Erweiterung des bestehende Solarparks in Tännesberg
  • die Errichtung eines Solarparks im Gemeindegebiet Leuchtenberg
  • ab 2016 stehen weitere Projekte auf der Agenda

Presse: 
Viele Bürgergenossenschaften bieten derzeit grünen Strom aus regionalen Anlagen an?
Wieso ist die ZENO nicht auf diesen Zug aufgesprungen?

Geschäftsführung ZENO: 
Nach der derzeit gesetzlichen Lage sieht das EEG nur eine „verpflichtende Direktvermarktung“ vor. Das bedeutet: Betreiber von Ökostrom-Anlagen müssen ihren Strom in der Regel zum Marktpreis über die Strombörse verkaufen und erhalten dafür eine so genannte „Marktprämie“. An der Börse wird der so verkaufte Grünstrom zu „Graustrom“, weil keine Herkunftsnachweise für Marktprämien-Strom ausgestellt werden. Angebote auf dem Markt, welche „Strom aus regionalen Anlagen“ anpreisen, weisen nur im „Kleingedruckten“ aus, dass es sich hierbei genau genommen um Graustrom handelt.

Wir, die ZENO und unser Partner die Stadtwerke, stehen diesen Geschäftsmodellen sehr skeptisch gegenüber, da die Herkunft von grünem Strom mit den geltenden Gesetzen tatsächlich noch nicht nachgewiesen werden kann. Die Politik hat diese Problematik zwischenzeitlich auch erkannt und befasst sich nun damit. Nach derzeitigem Kenntnisstand soll sich das EEG in Kürze diesbezüglich entsprechend ändern. Sobald die Änderung des EEG in dieser Hinsicht erfolgt, werden wir kurzfristig zusammen mit den Stadtwerken ein belastbares Produkt für grünen Strom aus unseren regionalen Anlagen für die Bevölkerung bereithalten und anbieten.

Presse: In der letzten Zeit wurden immer wieder Stimmen laut, die ZENO eG schließe sich mit der BE.ON zusammen. Was können Sie dazu sagen? Hat diese irgendwelche Auswirkungen für die Mitglieder?

Geschäftsführung ZENO: 
Es ist richtig, dass sich Vorstände und Aufsichtsräte beider Genossenschaft mit einem Zusammenschluss befassen. Als gemeinsame Genossenschaft hofft man, Synergieeffekte und Kosteneinsparungen zu generieren sowie bei der Entwicklung und Beteiligung an regenerativen Energieprojekten als geeigneter Partner auftreten zu können. Es ist gemeinsame Absicht und Ziel, dass ein Zusammenschluss keinen Einfluss auf die Einlagen und keinen direkten Einfluss auf die Entwicklung der Renditen hat. Natürlich würden die Genossenschaften im Falle des Zusammenschlusses einen neuen gemeinsamen Namen tragen.

In Vorstands- und Aufsichtsratsversammlung beider Genossenschaften ist dieses Vorhaben behandelt und bearbeitet worden. Die Möglichkeit eines Zusammenschlusses ist auch in den diesjährigen Generalversammlungen beider Genossenschaften den Mitgliedern vorgestellt worden.

Eine abschließende Entscheidung ist noch nicht getroffen Ein paar Verhandlungspunkte müssen noch abgeklärt werden. Vorgesehen ist, über den Zusammenschluss in den Generalversammlungen 2016 zu entscheiden.